Preiswerte globale Energiewende
Jan
2012
Die immer billiger werdenden erneuerbaren Energien übernehmen zunehmend die weltweite Stromversorgung. Die Investitionen in erneuerbare Energien lagen bereits 2010 höher als die Summen, die in Öl-, Gas- und Kohlekraftwerke geflossen sind. Bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sich die globale Energieversorgung radikal verändern. Stromerzeugung mit Hilfe von Atomkraftwerken ist teuer und riskant, und erneuerbaren Energien ersetzen fossile Rohstoffe. Sie werden nach Ansicht des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme auch günstiger. Schon heute ist Windstrom im Vergleich zu Kohlestrom konkurrenzfähig. Eine Kilowattstunde aus neuen Windkraftwerken kostet, abhängig von den Windverhältnissen, zwischen fünf und neun Eurocent und aus neuen Kohlekraftwerken etwa 6,5 Eurocent. Da außerdem Kosten für die Luftverschmutzung dazugerechnet werden, machen Investitionen in neue Kohlekraftwerke mittlerweile beinahe keinen Sinn mehr.
Während die Kosten für die Windstromerzeugung nur langsam sinken, fallen sie bei Stromgewinnung aus Sonnenenergie rasant. Die direkte Stromumwandlung über Photovoltaikanlagen kostete vor wenigen Jahren an vielen Orten noch über 50 Eurocent pro kWh, doch heute liegen die Kosten an sonnenreichen Standorten wie im Süden der USA oder in Nordafrika bereits nur noch zwischen sieben und zehn Eurocent pro kWh. Der Bau von immer größeren Solarfabriken begünstigte die schnelle Preissenkung und den globalen Ausbau der Solarenergie. Eine Studie, die sich auf Nordafrika und Europa bis zum Jahr 2050 bezieht, stellt die Kosten für eine sichere und komplette Stromversorgung mit erneuerbaren Energien dar. Sie zeigt, dass 2050 die Durchschnittskosten pro kWh 6,5 Eurocent betragen werden, d.h. die erneuerbaren Energien werden damit zu einer günstigen Stromquelle. Die Berechnung enthält auch die Kosten für den Bau von Leitungen und die Speicherung von Energie. Deshalb werden immer mehr Stromanbieter auf Strom aus erneuerbaren Energien umsteigen.